Hintergründe  
 

Das Kolb'sche Modell der Lernstile

David Kolb entwarf ein Modell zur Messung von Lernstilen auf der Grundlage von Wahrnehmung und Informationsverarbeitung. Aus seiner Sicht kann ein Lernender auf zwei Wegen zu Informationen gelangen:

  • durch den Gebrauch konkreter Erfahrungen
    (wie Fühlen, Sehen, Hören, Tasten, ...)
  • durch abstraktes Begreifen (logische Analyse von Informationen)

Zusätzlich können Informationen in ebenfalls zwei Wegen verarbeitet werden:

  • durch aktives Experimentieren (Gebrauch der Information)
  • durch reflektive/nachdenkliche Beobachtung (Nachdenken)

Als Ergebnis ergeben sich folgende Stile:

Konkrete Erfahrung

Der Lernende erhält die Informationen aus spezifischer Erfahrung. So erhalten sie z.B. Informationen über die Sinne. Sie lernen auch in Beziehungen zu anderen Menschen und sind sensibel gegenüber Gefühlen. Diese Lernenden lernen leicht durch Experimente in Laboratorien und durch Arbeit. Sie lernen besser durch audio-visuelle Medien wie Filme oder Multimedia-Anwendungen.

Reflektive/nachdenkliche Beobachtung

Die Lernenden verarbeiten Information durch das Nachdenken über dieselben. Sie beobachten sorgfältig, bevor sie ein Urteil treffen. Sie betrachten Dinge von verschiedenen Seiten und fragen nach der Bedeutung der Dinge. Sie entwickeln Beobachtungen über ihre eigenen Erfahrungen. Ein nachdenklicher Lernender benutzt wohlmöglich Tagebücher und liest Journale, um leichter und besser zu lernen.

Abstraktes Begreifen

Der Lernende erhält Informationen abstrakt durch mentale oder visuelles Begreifen. Sie analysieren Ideen auf logischer Basis, planen systematisch und handeln auf der Grundlage ihres intellektuellen Verständnisses einer Situation. Schließlich entwickeln sie auch Theorien, um Beobachtungen zu erklären. Sie lernen am besten durch Vorlesungen, eigenes Lesen und durch Erforschen.

Aktives Experimentieren

Die Lernenden erhalten Informationen durch die Tätigkeit mit dem Lerngegenstand. Sie besitzen die Fähigkeit, Dinge fertig zu bekommen, gehen Risken ein und beeinflussen Menschen und Ereignisse durch ihr Tun. Darüber hinaus benutzen sie Theorien, um Probleme zu lösen und treffen Entscheidungen. Sie lernen am besten durch Simulationen, Fallstudien und Hausaufgaben.

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last update: Jan 06, 2008 Dieses Fenster drucken!